Auch ich saß schon auf der Treppe und wusste nicht weiter
Mein Name ist Silke Geßlein, Lerntherapeutin, Heilpraktikerin und Trauma-Therapeutin. Es gab einen Nachmittag, an dem ich meinen Sohn vor die Tür geschickt habe. Wieder keine Hausaufgaben, wieder Streit, wieder das Gefühl, gegen eine Wand zu reden. Ich habe ihm hinterhergerufen, er solle sich eine andere Mutter suchen. Fünf Minuten später saß ich auf der Treppe und weinte. Ich wusste einfach nicht mehr weiter.
Falls du gerade genau da sitzt: Du bist damit nicht allein.

Die ganze Familie litt
Einer meiner vier Kinder ist Legastheniker, mittelstark ausgeprägt. Er hatte von der ersten Klasse an große Schwierigkeiten, wollte keine Hausaufgaben machen und konnte in der vierten Klasse trotz Hochbegabung weder flüssig lesen, schreiben noch rechnen. Jeden Tag gab es Streit und Tränen. Weder Druck noch Belohnung brachten irgendetwas.
Damals war ich Heilpraktikerin und Trauma-Therapeutin und hatte sogar schon Kurse zum Lernen lernen an der Volkshochschule gegeben. Trotzdem war ich für genau das, was mein Sohn brauchte, keine Expertin. Diese Lücke hat mich später zur Pädagogik und zur Lerntherapie geführt, dahin, wo ich heute bin.
Ich erzähle dir das, weil ich genau weiß, wie sich dieses tägliche Ringen anfühlt: alles versuchen und trotzdem das Gefühl haben, dass nichts hilft. Ich kenne diese Seite aus meiner eigenen Familie. Und ich kenne die andere Seite aus meiner Arbeit, seit 2022 als Lerntherapeutin mit eigener Praxis in Nordendorf, nördlich von Augsburg.
Selbst betroffen
Ich habe selbst eine milde Legasthenie, gut gefördert, aber nie getestet, weil es das in meiner Schulzeit noch kaum gab. Nicht die Buchstaben waren mein Hauptproblem, sondern Noten: Notenbilder entschlüsseln sich bei mir einfach langsamer als bei anderen. Es gelang mir nur mit Mühe, mir neue Stücke zu erarbeiten, ich brauchte doppelt so lange wie andere. Vom Blatt spielen ging gar nicht. So brach mein Traum, Musiktherapeutin zu werden, in sich zusammen. Bis heute lese ich außerdem deutlich langsamer als die meisten, obwohl ich gerne und viel lese, und auch vier Kurse im Schnelllesen haben daran nichts geändert.
Spielerisch lernen als roter Faden
Aufgeben wollte ich trotzdem nicht. Ich habe mir schon als Kind ganze Lernstoffe aufgesprochen und immer wieder angehört, während ich nebenbei gemalt habe. Später, zur Vorbereitung auf meine Heilpraktiker-Prüfung, habe ich mir Gesetze zu Melodien gesungen, Mind-Maps gezeichnet und eigene Lernspiele erfunden, weil reines Pauken bei mir nie funktioniert hat. Genau diese Erfahrung wurde zum Ausgangspunkt meiner Praxis: Der erste Schritt war, Lernspiele zu kaufen, und bald danach, eigene zu entwickeln.
Ich entwickele für euch Methoden und Werkzeuge und zeige euch, wie ihr sie anwendet. Das ist meine größte Freude, zu sehen, wie du und dein Kind endlich wieder Boden unter den Füßen findet.
Wo ich ansetze – und wo bewusst nicht
Aus genau diesen Erfahrungen, meinen eigenen und denen mit meinem Sohn, ist mein Haus-Bild für Lernen entstanden. Ich denke Lernen wie ein Haus mit vier Ebenen: Im Fundament liegen Trauma, Blockaden und Stress. Im Keller liegen Mut, Selbstvertrauen und Motivation. Im Erdgeschoss liegen die Grundlagen des Lernstoffs, Deutsch und Mathe, in zwei eigenen Räumen. In den oberen Stockwerken liegt der eigentliche Schulstoff.
Genau hier hat es bei meinem Sohn damals gehakt: Wir haben am Schulstoff in den oberen Stockwerken geübt, während das Fundament und der Keller darunter längst nicht mehr trugen. Deshalb arbeite ich heute genau dort, wo andere zuerst hinschauen müssten, es aber oft nicht tun: am Fundament, am Keller, und an den Grundlagen im Erdgeschoss, bis sie wirklich verstanden und verinnerlicht sind. Die oberen Stockwerke, den eigentlichen Schulstoff, überlasse ich bewusst Schule und klassischer Nachhilfe, mehr dazu im Beitrag Lerntherapie statt Nachhilfe.
Wenn du gerade merkst, dass ihr am Schulstoff übt, aber irgendetwas darunter nicht gefestigt oder blockiert ist, bist du bei mir genau richtig.


Und dann ist da noch Lucky
In meiner Praxis ist noch jemand mit dabei, der weder Fragen stellt noch korrigiert: mein Hund Lucky, ein Chihuahua-Rüde. Er liegt einfach neben uns, döst vor sich hin oder wedelt kurz mit dem Schwanz, wenn ein Kind ihm vorliest. Für viele Kinder, die sich vor Erwachsenen beim Lesen nicht trauen, macht genau das den Unterschied: Lucky bewertet nicht, hört einfach nur zu.
Wer möchte, darf ihm auch kleine Tricks beibringen oder ein bisschen mit ihm trainieren, ganz nebenbei, ohne dass daraus ein Programm wird. Manche Kinder brauchen genau das, bevor sie sich überhaupt wieder an ein Buch oder ein Matheheft heranwagen.
Voraussetzung für meine Schulung zum Lesehund-Einsatz war der Hundeführerschein, den Lucky und ich gemeinsam gemacht haben. Die Schulung selbst war dann für mich: welches Lesematerial sich eignet, worauf ich bei Kind und Hund achten muss. Ein ausgebildeter Therapiehund ist Lucky trotzdem nicht, dafür bräuchte es eine ganz eigene, deutlich umfangreichere Ausbildung. Bei mir ist er einfach das, was er am besten kann: mein Lesehund.
Mehr dazu, warum genau das wissenschaftlich Sinn ergibt, liest du im Beitrag Lesehund Lucky.
Silke Geßlein Lerntherapeutin: was ich mitbringe, ohne lange Liste
Nachhilfe gebe ich eigentlich schon mein ganzes Leben, seit ich selbst Jugendliche war: Mathe bis zum Abitur, Fremdsprachen, Deutsch, nie professionell, aber immer mal wieder fragte jemand an, auch neben eigenen Kindern und Praxis.
Meine eigene Praxis für Lerntherapie führe ich seither, davor liegen Jahre an Ausbildung: die Zulassung als Heilpraktikerin bereits 1998, ein Bachelor in Bildungswissenschaften / Pädagogik, eine Ausbildung zur systemischen Beraterin. Zwei Schwerpunkte tragen seither meine Arbeit, gleichrangig: mehrere Weiterbildungen in Lerntherapie mit Fokus auf Legasthenie und Dyskalkulie, genauso mehrere Weiterbildungen in Traumaarbeit mit Kindern.
Und weil Zeichnen für mich schon lange ein Werkzeug ist, um innere Zustände sichtbar zu machen: Ich bin NeuroGraphik®-Spezialistin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In meinem Coaching heißt das Neuro-Zeichnen, es basiert auf NeuroGraphik® nach Pavel Piskarev.
Aus meiner Arbeit sind auch eigene Materialien entstanden, zum Beispiel Bücher zum Zahlenmerken. Hier findest du meine Veröffentlichungen.
Wenn ich nicht gerade mit Familien arbeite
Ich lebe in Nordendorf, zwischen Augsburg und Donauwörth, bin mittlerweile vierfache Großmutter, und Lucky liegt auch zu Hause meistens irgendwo in der Nähe.
Und weil ich mir schon als Kind lieber Geschichten ausgedacht habe oder kreativ war, sprudele ich noch heute vor Ideen: Ich lese gern, mit Lucky zusammengerollt auf dem Sofa, höre Hörbücher, schaue am liebsten Fantasy, Action oder Science-Fiction, und schreibe auch selbst Geschichten. Hoffentlich beende ich irgendwann auch meinem ersten Roman. Auch das Zeichnen begleitet mich privat weiter, meist Neuro-Zeichnen, dieselbe Methode, mit der ich auch im Coaching arbeite.

Lerne mich doch kennen!
Du musst nicht sofort wissen, ob ich zu euch passe. Es gibt viele Möglichkeiten, mich und meine Arbeit kennenzulernen. Hier findest du alle Wege, wie wir zusammenarbeiten können.
Wenn du erst mal nur reinschnuppern willst: Auf Instagram und im Blog teile ich regelmäßig Einblicke aus der Praxis.
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