Auch ich saß schon auf der Treppe und wusste nicht weiter
Ich bin Silke Geßlein, Lerntherapeutin und Traumatherapeutin in Nordendorf, und ich kenne nur zu gut, was du gerade durchmachst: Ich habe einmal meinen eigenen Sohn vor die Tür geschickt. Wieder wollte er keine Hausaufgaben machen, wieder Streit, wieder das Gefühl, gegen eine Wand zu reden. Damals war ich schon Heilpraktikerin und hatte mich intensiv mit Lernen Lernen beschäftigt, aber in diesem Moment half mir das alles nichts.
Ich habe ihm hinterhergerufen, er solle sich eine andere Mutter suchen. Wenig später saß ich auf der Treppe und weinte, ich wusste einfach nicht mehr weiter. Kurz danach bin ich zu ihm hinausgegangen und habe mich entschuldigt. Meine innere Ruhe, auf die ich mich sonst verlassen konnte, war in diesem Moment komplett weg.
Falls du gerade genau da sitzt: Du bist damit nicht allein. Ich erzähle dir das, weil ich weiß, wie sich dieses tägliche Ringen anfühlt: alles versuchen und trotzdem das Gefühl haben, dass nichts hilft. Ich kenne diese Seite aus meiner eigenen Familie. Und ich kenne die andere Seite aus meiner Arbeit.

Selbst betroffen: Mein eigener Traum ist daran zerbrochen
Ich habe eine leichte Legasthenie, gut gefördert, aber nie getestet, weil es das in meiner Schulzeit noch kaum gab. Am meisten zu schaffen machten mir die Musiknoten: Notenbilder entschlüsseln sich bei mir nur sehr langsam. Neue Stücke konnte ich mir nur mit Mühe erarbeiten, ich brauchte mehr als doppelt so lange wie andere, und vom Blatt spielen ging gar nicht. So brach mein Traum, Musiktherapeutin zu werden, in sich zusammen. Bis heute lese ich außerdem deutlich langsamer als die meisten, obwohl ich gerne und viel lese. Auch vier Kurse im Schnelllesen haben daran nichts geändert.
Aufgeben wollte ich trotzdem nicht. Ich habe mir schon als Kind den ganzen Lernstoff aufgesprochen und immer wieder angehört, während ich nebenbei gemalt habe. Später, zur Vorbereitung auf meine Prüfung zur Heilpraktikerin, habe ich mir Gesetze zu Melodien gesungen, Mind-Maps gezeichnet und eigene Lernspiele erfunden, weil ich mir beim reinen Pauken nie etwas merken konnte.
Mein Gehirn lernt anders. Nur wenn ich entspannt bin und Freude an einem Thema habe, bleiben mir Fakten im Kopf. Am schwersten fällt mir, etwas ohne Zusammenhang auswendig zu lernen, Zahlen merken ist für mich der reinste Horror. Deswegen habe ich mir irgendwann das Major-System angeeignet, eine bewährte Merktechnik für Zahlen, und daraus mein eigenes Kinderbuch entwickelt: den Gedächtnis-Meister. Genau diese Erfahrung wurde später zum Ausgangspunkt meiner Praxis: Erst habe ich Lernspiele gekauft, bald danach eigene entwickelt.
Jeden Tag Streit und Tränen
Eines meiner vier Kinder, mein Sohn, hat eine mittelstark ausgeprägte Legasthenie. Er hatte von der ersten Klasse an große Schwierigkeiten, wollte keine Hausaufgaben machen und konnte in der vierten Klasse trotz Hochbegabung weder flüssig lesen noch schreiben noch rechnen. Fast jeder Nachmittag endete in Streit und Tränen, und weder Druck noch Belohnung brachten irgendetwas. Warum kommen wir da nicht raus? Meine Nerven lagen komplett blank, und ich überlegte ernsthaft, ihn in ein spezielles Internat für Kinder mit Legasthenie zu schicken. Ich bin froh, dass wir uns dagegen entschieden haben. Leichter wurde es nicht über Nacht, bis zu seiner Berufsausbildung blieb es immer wieder schwierig und stressig. Heute hat er die Fachhochschulreife, zwei Berufe gelernt und ist in seinem Beruf ein echter Experte.
Damals war ich Heilpraktikerin, immer ganzheitlich für Körper, Seele und Geist, und hatte sogar schon Kurse zum Lernen lernen an der Volkshochschule gegeben. Trotzdem war ich für genau das, was mein Sohn brauchte, keine Expertin. Diese Lücke lässt mich bis heute nicht los, sie treibt mich an, in jeder Familie, die zu mir kommt.

Deswegen entwickle ich Methoden und Werkzeuge und zeige euch, wie ihr sie selbst anwendet.
Am meisten freue ich mich, wenn ich sehe, wie du und dein Kind wieder Boden unter den Füßen findet.
Tipps zum Lernen findest du heute überall, in Sekundenschnelle bei Google oder ChatGPT. Was du dort nicht bekommst, ist jemand, der mit euch am Tisch sitzt, deinem Kind zuhört und merkt, was unter der Oberfläche los ist. Genau das mache ich. Die Verantwortung nehme ich dir dabei nicht ab, und das mit Absicht: Sie bleibt bei dir und deinem Kind. Ich stelle die Weiche neu, den Weg geht ihr selbst weiter. Denn ihr sollt unabhängig werden und allein klarkommen.
Wo ich ansetze, und wo ganz bewusst nicht
Wie Lernen gelingt, erkläre ich mit meinem Haus-Bild für Lernen. Ich denke Lernen wie ein Haus mit vier Ebenen. Ganz unten liegt das Fundament, der innere Zustand mit Stress, Blockaden und manchmal auch einem Trauma. Darüber, im Keller, wohnen Mut, Selbstvertrauen und Motivation. Im Erdgeschoss folgen die Grundlagen des Lernstoffs, Deutsch und Mathe in zwei eigenen Räumen, und erst in den oberen Stockwerken kommt der eigentliche Schulstoff.
Genau hier hat es bei meinem Sohn damals gehakt: Wir haben am Schulstoff in den oberen Stockwerken geübt, während das Fundament und der Keller darunter längst bröckelten. Heute arbeite ich dort, wo andere zuerst hinschauen müssten, es aber oft nicht tun: am Fundament, im Keller und an den Grundlagen im Erdgeschoss, bis sie verstanden und verinnerlicht sind. Die oberen Stockwerke, den eigentlichen Schulstoff, überlasse ich bewusst Schule und klassischer Nachhilfe, mehr dazu im Beitrag Lerntherapie statt Nachhilfe. Merkst du gerade, dass ihr am Schulstoff übt, während darunter etwas nicht gefestigt oder blockiert ist? Dann bist du bei mir genau richtig.
Und dann ist da noch Lucky
In meiner Praxis ist noch jemand mit dabei, der weder Fragen stellt noch korrigiert: mein Hund Lucky, ein Chihuahua-Rüde. Er liegt einfach neben uns, döst vor sich hin oder wedelt kurz mit dem Schwanz, wenn ein Kind ihm vorliest. Für viele Kinder, die sich vor Erwachsenen beim Lesen nicht trauen, macht genau das den Unterschied: Lucky bewertet nicht, er hört nur zu.
Wer möchte, darf ihm auch kleine Tricks beibringen oder ein bisschen mit ihm trainieren, ganz nebenbei, ohne dass daraus ein Programm wird. Manche Kinder brauchen genau das, bevor sie sich überhaupt wieder an ein Buch oder ein Matheheft heranwagen.
Voraussetzung für meine Schulung zum Lesehund war der Hundeführerschein, den Lucky und ich gemeinsam gemacht haben. Die Schulung selbst war dann für mich: welches Lesematerial sich eignet, worauf ich bei Kind und Hund achten muss. Ein ausgebildeter Therapiehund ist Lucky also nicht, dafür braucht es eine eigene, deutlich umfangreichere Ausbildung. Bei mir ist er das, was er am besten kann: mein Lesehund und ein treuer Begleiter. Warum das wissenschaftlich Sinn ergibt, liest du im Beitrag Lesehund Lucky.

Silke Geßlein, Lerntherapeutin: mein Weg und warum ich anders arbeite
Nachhilfe gebe ich schon mein ganzes Leben, seit ich selbst Jugendliche war: Mathe bis zum Abitur, Fremdsprachen, Deutsch. Nie professionell, aber immer wieder fragte jemand an, auch neben eigenen Kindern und Praxis. Bei meinem Sohn haben wir trotzdem Nachhilfe und die Schülerhilfe ausprobiert, beides ohne Erfolg. Seitdem weiß ich, wo Nachhilfe an ihre Grenze kommt.
Meine erste eigene Praxis führe ich seit 1998, als Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Kinder und ihre Familien, seit 2009 auch als Traumatherapeutin. Nach dem Tod meines ersten Mannes und einem Neuanfang folgten der Bachelor in Bildungswissenschaften / Pädagogik, eine Weiterbildung zur systemischen Beraterin, die ebenfalls systemisch ausgerichtete Weiterbildung zur Lerntherapeutin bei SYSTI und mehrere Weiterbildungen speziell zu Legasthenie und Dyskalkulie. 2022 habe ich daraus meine eigene Praxis für Lerntherapie eröffnet. Heute bin ich außerdem Mitglied im Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e. V..
Viele Angebote für Legasthenie oder Dyskalkulie schauen nur auf den Lernstoff. Bei mir kommt der seelische Zustand dazu, denn wie sehr er alles andere bestimmt, habe ich nach dem Tod meines zweiten Mannes am eigenen Leib erlebt. Durch diese Zeit haben mir zwei Methoden geholfen, die ich vorher schon gelernt hatte: NeuroGraphik®, ein Zeichnen in festen Schritten, bei dem auf dem Papier sichtbar wird, was innen los ist, und EFT, das Klopfen auf Akupunkturpunkte. Das Zeichnen hat mich so begeistert, dass ich weitergelernt habe, bis ich zertifizierte NeuroGraphik®-Spezialistin für Kinder und Jugendliche war, später auch für Erwachsene.
Aus beidem sind meine eigenen Werkzeuge entstanden, mit denen ich heute im Coaching arbeite: Neuro-Zeichnen, das auf NeuroGraphik® nach Pavel Piskarev basiert, und Neuro-Tapping, eine sanfte Klopftechnik aus EFT, EMDR und Gehirnjogging mit den Händen. Oft braucht es genau das, bevor ein Lernspiel überhaupt wirken kann.
Ich nehme bis heute selbst Coachings, denn wer andere begleitet, sollte wissen, wie es sich auf der anderen Seite anfühlt. Bei Angelina Fabian arbeite ich mit EFT-Klopfen an Trauma und Blockaden zu verschiedenen Themen. Von ihr kenne ich die Klopfpunkte an den Händen. Ich habe sie mit dem Klopfen im Seitenwechsel und dem Gehirnjogging zur Kurzversion von Neuro-Tapping verbunden, die ich in allen Coachings und Kursen nutze. Bei Ingrid Werner nehme ich Coachings mit InZeichnen und KosmoGraphik.
Wo und was ich genau gelernt habe, findest du auf der Seite Qualifikationen. Aus meiner Arbeit sind auch eigene Materialien entstanden, zum Beispiel mein Buch zum Zahlenmerken, alles dazu unter Veröffentlichungen.

Wenn ich nicht gerade mit Familien arbeite
Ich bin über 60, lebe in Nordendorf zwischen Augsburg und Donauwörth und bin mittlerweile vierfache Großmutter. Wenn es sich einrichten lässt, reise ich gern, und zu Hause liegt Lucky meistens irgendwo in der Nähe.
Und weil ich mir schon als Kind lieber Geschichten ausgedacht habe oder kreativ war, sprudele ich noch heute vor Ideen: Ich lese gern, mit Lucky zusammengerollt auf dem Sofa, höre Hörbücher, schaue am liebsten Fantasy, Action oder Science-Fiction und schreibe auch selbst Geschichten. Zwei davon sind in den Adventskalendern von Tigerbox Media erschienen, Der Wunsch-Hund (2021) und Einhorn Yelli feiert Weihnachten (2022), den Wunsch-Hund gibt es außerdem in der Kurzgeschichten-Sammlung Weihnachtszauber. Hoffentlich beende ich irgendwann auch meinen ersten Roman. Auch das Zeichnen begleitet mich privat weiter, meist Neuro-Zeichnen, dieselbe Methode, mit der ich auch im Coaching arbeite.
Lerne mich doch kennen!
Du musst nicht sofort wissen, ob ich zu euch passe. Schau dir in Ruhe an, wie wir zusammenarbeiten können, vom kostenlosen Erlebnisnachmittag bis zur Lerntherapie bei mir in Nordendorf. Wenn du erst mal nur reinschnuppern willst: Auf Instagram und im Blog teile ich regelmäßig Tipps bei Lernschwierigkeiten.
Lust, dich noch weiter umzuschauen?
Schau dir in Ruhe an, was es sonst noch gibt:
Von Silke Geßlein, Lerntherapeutin, Heilpraktikerin und Traumatherapeutin. Mehr über mich


